Fausts Erben

Die Geschichte des Weingutes, deren Bewohner und Erbauer

Die Besitzer

Michael Müller: Der früheste Besitzer, von dem wir Aktennotizen kennen. Er war, trotz des Namens, Richter im Dorf Cotta. Seine Initialen J.M.M. sind mehrfach zu finden: 2mal im Sandstein gemeißelt (mit der Jahreszahl 1763), und an den ehemaligen Inschriften im Giebel des Haupthauses (anno 1764). Wofür das erste “J.” steht, habe ich jedoch noch nicht herausgefunden.
Die Froschpost fand in den Akten des Prokuratoramtes Meißen eine Eintragung zu einem George Müller aus dem Jahre 1648: „George Müllers zu Cotta Erbkauf neb ein Stück ackers den 13. Mai 1648 die Lehn ergangen“. Vielleicht ein Vorfahre von Michael Müller?

 

Karl Gottlob Müller (1799-1886): sein Name findet sich als Inschrift in diversen Sandsteinen, zum Beispiel als KGM im Schlussstein des großen Torbogens mit der Jahreszahl 1851. Am 6. Juli 1829 kauft er das 2/3 Hufengut auf der Hebbelstraße für 5000 Thaler, vermutlich ein „Erbkauf“.
Zusätzlich findet sich jedoch auch oft ein Johann Gottlieb Müller (am Schlussstein des Torbogens innen, mit der Jahreszahl 1805, oder am alten Weinberghäuschen von 1827), manchmal Johann Karl Gottlob Müller (am selben Weinberghäuschen als JKGM 1831; in der „Soli Deo Gloria“-Inschrift, auch von 1831), manchmal wird auch anscheinend Gottlieb und Gottlob vertauscht (z.B. auf alten Zeichnungen der Inschriften). Vielleicht ist das alles ein und dieselbe Person, oder sind es Vater und Sohn?
Auf dem Briesnitzer Friedhof direkt neben der Kirche findet sich sein Grabstein: Karl Gottlob Müller, Haus- und Weinbergsbesitzer.

Verheiratet war Karl Gottlob Müller mit Eva Rosina Müller, die jedoch bereits 1833 im Alter von 27 Jahren verstarb. Sie hatten 3 Kinder: Amalie Theresie (geb. 1827), Friedrich Wilhelm (geb. 1830), Christiane Wilhelmine (geb. 1833)

Um 1884 übernimmt die Familie Faust das Grundstück (wahrscheinlich eingeheiratet in die Müllersche Familie), aufgeteilt wurde es 1895 auf Ernst Hermann Faust aus Podemus, Max Emil Faust aus Leutewitz, Frida Selma Scheibe geb. Faust und Franz Heinrich Hermann Faust aus Omsewitz. Der Ehemann von Selma Scheibe besaß einen Steinbruch in der Gottfried Keller Straße.
Vielleicht hatte die bereits erwähnte Amalie Theresie einen Faust geheiratet, denn im Adressbuch von 1897 findet sich für die Wölfnitzerstr. 11 der Eintrag: Clemens Albin Faust, Steinbruchbesitzer, sowie Amalie Theresie Faust, verwitwet. Drei Jahre später, 1900, wird Albin Cl. Faust „nur“ noch als Gutsbesitzer aufgeführt.

Außerdem wohnt 1897 an der selben Adresse (Wölfnitzerstr. 11) noch Friedrich Wilhelm Müller, Arbeiter. Eva Rosinens Sohn? In der Ausgabe von 1900 steht er jedoch nicht mehr drin.

 

Albin Faust taucht auch schon 1884 in einer Bauakte des Weingutes auf, hier möchte er das Wohnstallhaus ausbauen.

Der Begriff „Fausts Erben“ wird zum ersten Mal in einer Akte von 1898 erwähnt: Heinrich Scheibe übergibt im Auftrag der „übrigen Faust’s Erben“ dem Bauamt die Pläne zur geplanten Hausentwässerung. Im Häuserverzeichnis von 1904 wird als Bewohner des Gutes an der Wölfnitzerstr. 11 nur noch Pauschal „Fausts Erben“ angegeben, und auch in der Bauakte von 1945, zum Wiederaufbau nach dem Krieg, wird alles mit diesem Begriff unterzeichnet.

 

Die Familien Faust und Scheibe teilen sich das Grundstück, die Familie Scheibe taucht schliesslich im Grundbuch auf: demnach gehört das Grundstück nun Helga Thoma geb Grenzmann, Wolfgang Teper, Annemarie Daniel geb. Pelke, Lutz Scheibe, Jens Scheibe, Bernd Scheibe und Karla Schmidt geb. Scheibe.

In der Geschichte der Heilandskirche an der Grillparzerstraße findet sich noch der Hinweis, dass die größte der drei Glocken ein Geschenk der Familien Faust und Scheibe war, von denen vorher das für den Kirchbauplatz bestimmte Land gekauft worden war.

Walter Erhardt Faust taucht nochmals in 2 Inschriften im Giebel auf: als E.F. 1935 und 1945, sowie in der Bauakte von 1945.
Und danach? Wer kann helfen?

Nach der Wende wohnte lange Zeit niemand mehr hier. Inzwischen sind wir hier neu eingezogen: 7 Familien mit unterschiedlichsten Geschichten und Lebenslinien, und bisher völlig ohne Bezug zu den Faustschen Familien: die Familien Binder, Blessing, Frenzel, Lohe, Melzer, Richter, Süß/Schäbitz.

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